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Bregenzer Meisterkonzerte - Wiener Symphoniker

Wiener Symphoniker
Andrés Orozco-Estrada – Leitung

Anton Sorokow – Violine
Christoph Stradner – Violoncello
Paul Kaiser – Oboe
Patrick de Ritis – Fagott



Konzerteinführung mit Bettina Barnay um 18.45 Uhr im Saal Bodensee
Konzertbeginn um 19.30 Uhr im Großen Saal

 

Erich Wolfgang Korngold (1897 – 1957)
Märchenbilder op. 3

Die verzauberte Prinzessin (Gemäßigt)
Rübezahl (Immer leicht und rasch, doch nicht zu schnell)
Wichtelmännlein (Rasch dahinhuschend, aber deutlich)
Ball beim Märchenkönig (Anschmiegsames Walzerzeitmaß)
Das tapfere Schneiderlein (Andantino amabile)
Das Märchen spricht den Epilog (Getragen, doch nicht zu langsam)


Joseph Haydn (1732 – 1809)
Sinfonia Concertante für Violine, Violoncello, Oboe,
Fagott und Orchester, B-Dur Hob.I: 105

Allegro
Andante
Allegro con spirito


Modest Mussorgski (1839 – 1881)
Bilder einer Ausstellung
Instrumentation von Maurice Ravel

Promenade
Gnomus
Promenade
Das alte Schloss
Promenade
Tuilerien
Bydlo
Promenade
Ballett der Küken in ihren Eierschalen
Samuel Goldenberg und Schmuyle
Der Markt von Limoges
Catacombae. Sepulchrum Romanum
Cum mortuis in lingua mortua
Die Hütte der Baba Yaga
Das große Tor von Kiew

 

Zwei „Bilderzyklen“ umrahmen eine klassische Symphonie, die zugleich ein Konzertstück für vier Solisten ist. Der junge Erich Wolfgang Korngold ließ sich von Märchen inspirieren, Modest Mussorgski von Bildern seines verstorbenen Freundes. In Joseph Haydns „Sinfonia concertante“ schließlich ergibt sich für Konzertmeister und Stimmführer der Wiener Symphoniker die Gelegenheit, auf besondere Weise mit ihren Kolleginnen und Kollegen zu kommunizieren.


Erich Wolfgang Korngold, Märchenbilder op. 3

Musikalisches Wunderkind, Opernkomponist, preisgekrönter Filmmusikkomponist in Hollywood, nach dem Krieg mit der Rückkehr zur absoluten Musik aus der Zeit gefallen, bei seinem Tod im Alter von 60 Jahren fast vergessen: Erich Wolfgang Korngold, der 1897 in Brünn geborene Komponist, hatte ein reiches Leben. Heute erleben seine Oper „Die tote Stadt“ und das Violinkonzert eine Art Renaissance. Mit den „Märchenbildern“ op. 3 stellen die Wiener Symphoniker ein Werk des 14-jährigen Wunderkinds vor. Korngold komponierte es im Jahr 1911 zunächst als Klavierstücke. In der Instrumentation für großes Orchester mit einer großen Bläsergruppe und reichhaltigem Schlagwerk werden die Charaktere und Stimmungen der einzelnen Märchen sehr farbig und bildhaft herausgearbeitet.


Joseph Haydn, Sinfonia concertante für Violine, Violoncello, Oboe, Fagott und Orchester, B-Dur Hob.I: 105

Nach seinem Weggang vom ungarischen Fürstenhof Esterháza reiste Joseph Haydn zu Beginn der 1790er Jahre auf Einladung des Geigers und Musikverlegers Johann Peter Salomon mehrmals nach London und prägte das dortige Musikleben maßgeblich mit. Kammermusik, die 12 Londoner Symphonien und Vokalmusik entstanden in dieser Zeit. Auch die Sinfonia concertante mit der außergewöhnlichen Besetzung für vier Soloinstrumente und Orchester entstand im Jahr 1792 in London. Haydn gelingt es mit diesem Werk, die Formen des älteren Concerto grosso, des modernen Instrumentalkonzerts und der Symphonie miteinander zu verschmelzen. Das anspruchsvolle Violinsolo ist zugleich eine Reverenz vor dem Freund und Auftraggeber Salomon.


Modest Mussorgski, Bilder einer Ausstellung in der Instrumentation von Maurice Ravel

In den späten 1850er Jahren taten sich in Russland fünf Musiker zu einer Gruppe mit dem Namen „Das Mächtige Häuflein“ zusammen: Die uns heute wohl bekanntesten Mitglieder waren Modest Mussorgski und Alexander Borodin. Sie wollten eine nationale russische Schule entwickeln und wandten sich gegen die akademische, westlich ausgerichtete Kompositionslehre, wie sie etwa Peter Tschaikowski vertrat.
Zum engen Kreis der Künstlergruppe und zu den Freunden Mussorgskis gehörten auch der Kunstkritiker Vladimir Stassov und der Maler und Architekt Viktor Hartmann, beide sind eng mit Mussorgskis musikalischem Bilderzyklus verbunden: Erst 39jährig, war Viktor Hartmann am 23.7.1873 einem Herzanfall erlegen. Zu Ehren des Freundes richtete Vladimir Stassov im Frühjahr des folgenden Jahres eine Gedenkausstellung mit ca. 400 Werken ein. Tief bewegt von der Ausstellung komponierte Mussorgski in den Sommermonaten des Jahres 1874 seine Klavier-Suite „Bilder einer Ausstellung“ und vollendete sie genau ein Jahr nach dem Tod des Malerfreundes. Der Zyklus mit den eindrucksvoll tönenden Bildern von einem alten Schloss, einem Ochsenkarren, der wilden Hexe Baba Yaga oder dem großen Tor von Kiew gehört sicher zu den bekanntesten Werken der Musikgeschichte. Im Jahr 1922 schuf der französische Komponist Maurice Ravel seine kongeniale Instrumentation, die den musikalischen Bilderzyklus noch bekannter gemacht hat.


Bregenzer Meisterkonzerte



Text: Katharina von Glasenapp, M. A.

Eventdetails
21.01.2022
18:45 Uhr
Bregenz