vorarlberg museum

Vortrag: 50 Jahre Randspiele: Vorträge von Harald Walser und Kurt Greussing

Eventdetails
Bregenz, vorarlberg museum Bregenz
Di. 04.Oktober 2022, 19:00 Uhr

Eine Gruppe junger Menschen schloss sich Anfang der 1970er Jahre zu den „Vorarlberger Kulturproduzenten“ zusammen und realisierte das, was ihnen das katholisch-konservative Land vorenthalten hatte – ein Festival für zeitgenössischer Kunst, Musik, Literatur, Film, Kabarett und Theater. Von 1972 bis 1976 fanden die „Bregenzer Randspiele“ statt und brachten revolutionären Geist und gesellschaftliche Erneuerung nach Vorarlberg.


Anlässlich des Jubiläums finden an diesem Abend zwei Vorträge statt. In Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Bregenz und der Johann-August-Malin-Gesellschaft, Eintritt frei


Harald Walser: Erinnerungs- und Geschichtspolitik von 1945 bis heute Was wurde im politischen Leben Vorarlbergs nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute erinnert, wer schrieb Geschichte – und lieferte die Identifikationsangebote für die Gegenwart? Erinnerungs- und Geschichtsarbeit sind jeweils hochaktuelle politische Prozesse, die von der Frage nach der Verteilung der Diskursmacht bestimmt sind. Nach dem kulturellen Aufbruch der 1970er Jahre hat sich auch die Erinnerungs- und Geschichtspolitik geändert – nicht ohne auf heftigen Widerstand zu stoßen.


Kurt Greussing: O Hoamatle – Vorarlberger Kulturpolitik der 1960er bis 1980er Jahre und die Abwehr der „Linken“ Die offizielle Vorarlberger Geschichtspolitik der 1960er bis in die 1980er Jahre war von der Angst besetzt, dass die bis dahin geglaubte Geschichte und die vorherrschende Literatur von „Linksextremen“ und „innerlich Landfremden“ umgeschrieben werden könnte. Kurt Greussing stellt einige Akteure dieser defensiven Politik vor: Elmar Grabherr, Arnulf Benzer, Herbert Kessler oder Theodor Veiter. Sie kämpften ums Überleben der Ideologie vom „Alemannenland Vorarlberg“ und des Wertemonopols der katholischen Kirche – also um nichts weniger als um das Weiterwirken des „langen 19. Jahrhunderts“.