Bruno Oberhammer

Orgelkonzert "WEGE BACHS XV" mit Prof. Bruno Oberhammer

Eventdetails
Höchst, Pfarrkirche Höchst
Mo. 17.Oktober 2022, 20:15 Uhr

SINFONISCHES AUF / MIT DER ORGEL
Jahrzehnte vor Ludwig van Beethovens „Schicksalssymphonie“ aus dem Jahre 1808, der wohl bekanntesten aller Symphonien überhaupt, wird der Begriff „Symphonie“ - in der italienischen Fassung „Sinfonie“ geschrieben - schon verwendet, nämlich als Bezeichnung für herausstechende Musik.
Letztlich meint man das heute immer noch, wenn man von Sinfonie oder von Sinfonischem spricht.

Der französische Organist und Komponist Cesar Franck (1822 – 1890), der also vor 200 Jahren geboren worden ist, gilt gemeinhin als Begründer der „Orgelsinfonik“, einer Musikrichtung also, welche nicht nur mit einer großen Klanggewalt der Orgel rechnet, sondern auch auf einer Einheitlichkeit der musikalischen Gedanken und deren Ausarbeitung aufbaut. Wie das in Cesar Francks „Choral III in a-Moll“ eben der Fall ist. Cesar Franck verstand sich - über vermittelnde Lehrer freilich - als Nachfahre von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750). Letzterer hat mit seinem Satzpaar „Praeludium und Fuge in e-Moll“ (BWV 548) geradezu ein Musterbeispiel für „orgelsinfonische Musik“ geschaffen: ausladend, wuchtig und in höchstem Maße konzentriert das Praeludium, hochvirtuos und kühn die Fuge. (Für den Bach-Forscher Hermann Keller ist das die kühnste Fuge, die J.S. Bach je ersonnen hat.)

Flor Peeters (1903- 1986), der komponierende Domorganist im belgischen Mechelen, war über Charles Widor Enkelschüler von Cesar Franck. Mit seiner Trias „Toccata, Fuge und Hymnus über Ave maris stella“ hat Flor Peeters nicht nur einen orgelsinfonischen Volltreffer gelandet, sondern geradezu einen Klassiker der Moderne geschaffen. Die Melodie des bekannten gregorianischen Chorals „Ave maris stella“ ist in faszinierender Weise nahezu allgegenwärtig bis zum überwältigenden Schluß – und garantiert so Einheit in der Vielfältigkeit. (Was ja seit je her der Maßstab für Klassizität ist!)

Für die barocken französischen Orgelmeister bot das Offertorium der Messe die Gelegenheit zu „großer Musik“. Francois Couperin (1668 – 1733) hat mit seinem „Offertoire sur les Grands Jeux“ eine seiner grandiosesten und zu Recht beliebtesten Orgelkompositionen geschrieben. Drei kleinere und ruhigere Kompositionen von Francois Couperin, vom Bach-Schüler Johann Gottfried Müthel (1728 – 1788) und von Franz Liszt (1810 -1886) bilden die meditativen Brücken zwischen den angeführten markant-mächtigen orgelsinfonischen Werken dieses Konzertprogrammes.


Eintritt: freiwillige Spenden für "Tischlein deck dich"