Geschichten

JETZT macht alles anders

„Alles ist im JETZT zu finden. So lässt es sich leben“, dachte er und bestellte noch einen Espresso an der Bar. Er war vor zwölf Stunden aus dem Zug gestiegen, hatte im Hotel eingecheckt und sich danach auf den Weg gemacht. Er wäre wie üblich etwas ziellos drauflos geschlendert, hätte der Mann an der Rezeption ihn nicht noch kurz zurückgehalten.

„Nur eine kleine Anmerkung, wenn ich darf“, meinte dieser  und deutete auf sein Smartphone. Er reichte ihm folgsam das Telefon über den Tresen.

                                                                    Online-Portal JETZT

„Nein, nein, verzeihen Sie“, hatte der freundliche Mann geantwortet und das Handy zurück gewiesen, „es ist nur so… wenn Sie kurz einen Blick auf folgende Seite werfen wollen.“ Und schon war er im W-LAN und hatte die Seite gefunden.

Die Seite. Er war den ganzen Tag begeistert von einem Ort zum nächsten gewandert, immer wieder sanft gelenkt von kleinen, dezenten Hinweisen auf seinem Display des JETZT.

Die Seite hatte es in sich.

 

JETZT war immer etwas los – und ganz in der Nähe. Er hatte nur wenige Vorlieben ausgewählt und er fühlte sich vollkommen verstanden. So war er zum Michelehof in Hard am Bodensee gekommen und zu dieser unvergleichlichen Flasche Bockbierbrand. So war er auch von dort zu Surfmax spaziert und schaukelte für zwei entspannte Stunden auf einem Stand Up Board auf dem Wasser im Bodensee. Kein Fremdenführer wäre in der Lage, derart präzise alle in der Nähe befindlichen Angebote, Geschäfte und Sehenswürdigkeiten zu nennen, mit allen relevanten Informationen. In all den Jahren war er unwissend an wunderbaren Geschäften und Freizeitmöglichkeiten vorbeigegangen. Das würde ihm jetzt nicht mehr passieren – er hatte JETZT in seiner Favoritenliste. Nach dem Strand machte er sich auf, um das Nachtleben von Bregenz (am Bodensee) zu erkunden. Was hatte er nicht alles versäumt!

Bregenz hatte es in sich.

Surf Max Karrenseilbahn ©
Michelehof © Michelehof
Bar im Neptun © Udo Mittelberger

Am nächsten Morgen startete er eine Exkursion zu äußerst gesunder Nahrung, weg vom Bodensee. Er begann den Tag mit einem Frühstück auf dem Karren, suchte danach den Wochenmarkt von Dornbirn auf und landete, von JETZT sanft gelenkt, in der Schuhmanufaktur von Christine Dünser. Sein Lieblingsmodell würde in einer Woche zur Anprobe bereit stehen. JETZT saß er beim Espresso und verschob den Impuls, nach Feldkirch zur Schattenburg zu pilgern, auf den kommenden Tag. Es gab zu viele spannende Dinge in seiner nächsten Umgebung, die ihn den ganzen Tag beschäftigen würden.

Wochenmarkt © Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing
Schattenburg Feldkirch © Petra Rainer, Bodensee -Vorarlberg Tourismus GmbH

„Wollen sie nicht einmal wenigstens kurz von Ihrem Display aufschauen“, sprach eine Stimme neben ihm. Erstaunt blickte er in das lächelnde Gesicht einer schönen Frau.

„Ich würde Ihnen gerne eine schöne Ausstellung zeigen, wenn Sie möchten,“ sprach sie.

„Ähm.. doch. Gern,“ stammelte er überrascht, während sein Smartphone zu Boden fiel.

„Was würden Sie mir empfehlen, wenn ich unterwegs nach regionalen Spezialitäten suche? Hätten Sie eine Idee?“, fragte er befangen.

Sie dachte kurz nach und schüttelte dann den Kopf.

„Nein, leider … aber warten Sie, es gibt da DIESE SEITE…. JETZT heißt sie.“

Lächelnd reichte er ihr sein Smartphone. Er fühlte sich gleich doppelt verstanden.

JETZT hatte es in sich.

  • Verena Konrad, Leiterin Vorarlberger Architektur Institut © Petra Rainer, Bodensee-Vorarlberg Tourismus GmbH

    Die Übersetzerin mit Strahlkraft

    im Vorarlberger Achitektur Institut

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  • Gymnastikgruppe TS Röthis © Petra Rainer, Bodensee-Vorarlberg Tourismus

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