Menschen und Geschichten

Geigen und späte Lieben

Musikhaus La Musica, Feldkirch

Johannes Schuricht ist einer späten Liebe verfallen – dem Kontrabass. Er ist daher einer der wenigen Geigenbauer, die sich an diese riesige Geige wagen. Seit er vor acht Jahren damit begann, Kontrabass zu spielen, liebt er das Arbeiten an dem Instrument. Auch sonst ist das, was Herr Schuricht im Feldkircher Stadtteil Gisingen tut, sehr selten – er ist der einzige gelernte Geigenbauer in ganz Vorarlberg und seine große Auswahl an Kontrabässen ist österreichweit einzigartig.

 

Geigenbauer Johannes Schuricht © Petra Rainer
Geigenbauer Johannes Schuricht © Petra Rainer
Geigenbauer Johannes Schuricht © Petra Rainer
Da ist viel Mythos dabei…
Johannes Schuricht

 

Die vier Jahre Ausbildung in Cremona, der italienischen Hochburg des Instrumentenbaus, hat Spuren hinterlassen. Stradivari selbst hat seine weltberühmten Geigen in Cremona gebaut, die heute an die 20 Millionen Euro wert sind. „Da ist jedoch viel Mythos dabei“, sagt der Profi, „auch zeitgenössische Geigen stehen im Klang einer Stradivari kaum nach.“ Die Gesellenzeit absolvierte er in Den Haag und Wien, die Meisterprüfung legte er dann 1994 in Innsbruck ab.

In seiner Freizeit spielt er Kontrabass bei den „Zitternden Lippen“ – einer jazzigen Männertruppe aus Feldkirch mit Spaß an der Musik. Auch in anderen Ensembles spielt der ambitionierte Bassist, etwa in der Rockformation „Faltarock“ oder bei „Jackys Jazz Critters“. Er kommt nicht mehr dazu, selbst welche zu bauen, denn die Warteliste reparaturbedürftiger Instrumente ist lang und die Musiker/innen brauchen ihre Geigen so bald wie möglich zurück. Also versucht sich der Mann mit dem feinen Gehör in die Ideen des Erbauers hin­einzudenken, bevor er selbst Hand anlegt. Eine wirklich hochwertige Geige eines renommierten Geigenbauers kostet heutzutage auch ihre 40.000 Euro, und da lohnt es sich schon, sich in das Instrument hinein zu fühlen und sich etwas Zeit zu lassen, bevor man sich an die Restauration macht. „Man muss so viel wie möglich im Original erhalten, sonst ist das Instrument nicht mehr authentisch und verliert an Wert.“ Und dafür ist Johannes Schuricht bekannt – nicht ohne Grund fahren Musikerinnen und Musiker ziemliche Strecken, um ihr wertvolles Instrument nur bei ihm reparieren zu lassen.

www.lamusica.at

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